Gesellschaftskritik

Organismus des Übels
Eigentlich will ich in Ruhe meinen Hobbies frönen und mich nicht mit den aufdringlichen Problemen der bösen Welt herumplagen. Aber als sensibler Künster grüble ich über allerlei Dinge und freie Meinungsäußerung ist mir sehr wichtig. Also lasst uns abtauchen in die vergifteten Abgründe des gesellschaftskritischen Diskurses.

Inhalt

Einleitung


Da das menschliche Individuum ohne gefragt zu werden als Herdentier konzipiert wurde, ist es genötigt, sich mit anderen Artgenossen abzugeben und hat ein mehr oder weniger ausgeprägtes Sozialverhalten entwickelt. Da seine leicht manipulierbare Psyche jedoch nicht auf globales, nachhaltiges Denken ausgelegt ist, sondern noch in steinzeitlicher Manier auf kurzfristigen Jagderfolg und das Durchsetzen der eigenen Sippe in einer erbarmungslosen Wildnis, bricht sie leicht unter der Last der modernen, komplexen Welt, in der wir ständig mit schlechten Nachrichten und ihren weitreichenden Folgen konfrontiert werden und unsere Triebe im Zaum halten müssen.

Bequeme Lügen charismatischer Alphatiere werden Logik und eigenverantwortlichem Handeln vorgezogen. Von der verführerischen Durchsetzungskraft von Gewalt und Einschüchterung als vermeintlich schnelle Lösung wird nur allzu gern Gebrauch gemacht. Der Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und der Notwendigkeit zur Rücksichtnahme führt unweigerlich zu gesellschaftlicher Spaltung. Die allumfassenden Abhängigkeiten sind ein fundamentaler Fehler der Welt. Anstatt dass jeder sich seine eigene Welt schaffen kann und Interaktion nur dort stattfindet, wo sie freiwillig und förderlich ist, werden alle Lebewesen in eine Welt zusammengepfercht und gehen sich gegenseitig auf den Sack. Dabei setzt sich das Recht des Stärkeren bzw. des Angepassteren durch. Dies sorgt für den Aufstieg der skrupellosesten Tyrannen und deren gehorsames Gefolge. Diese bestimmen den gesellschaftlichen Konsens zum Leidwesen vernunftbegabter und freiheitsliebender Individuen.

Man kann den Menschen ihre Verderbtheit nicht einmal zum Vorwurf machen, denn sie ist das konsequente Resultat einer von Grund auf schlechten Natur. Fortschritt ist theoretisch möglich, doch sie praktisch umzusetzen ist ein zäher Kampf gegen die menschliche Natur.

Die 3 Säulen des gesellschaftlichen Übels

Wirtschaft, Politik und Religion: Dies sind die drei großen Themenkomplexe, die die Gesellschaft spalten und zu endlosem Streit und Elend führen. Jeder jemals geführte Krieg fußte auf mindestens einer dieser drei Säulen.

Wirtschaft


Ursprünglich erfunden, um den Menschen mehr Möglichkeiten durch gegenseitigen Austausch zu geben, hat sich die Wirtschaft zu einem wuchernden Krebsgeschwür aus virtuellen Zahlen entwickelt, das über Wohl und Wehe jenseits der tatsächlichen Verfügbarkeit von Gütern entscheidet, und dessen die Menschheit kaum noch Herr wird. Geschickte Geschäftsleute winden sich durch die Abhängigkeiten, alle anderen sind dazu verdammt, deren Melkvieh zu sein. Geld regiert die Welt und der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Ressourcen sind geografisch und individuell ungerecht verteilt und jede Krise verstärkt die Ungerechtigkeit. Die Abhängigkeiten zwingen einen auch abseits von persönlicher Gier oder Gleichgültigkeit, mit Tyrannen Geschäfte zu machen, weil die Geschäfte in deren Hand sind. Die ganze Welt ist bereits unter den Reichen und Mächtigen aufgeteilt und Neueinsteiger haben kaum Chancen, wenn sie nicht nach deren Regeln tanzen, die natürlich nur denen nützen, die sie aufgestellt haben. Die Wirtschaft ist ein Monster, das stets am Laufen gehalten werden muss. Die weltwirtschaftlichen Verstrickungen sind so stark, dass jede Unregelmäßigkeit zur existentiellen Bedrohung globalen Ausmaßes wird. Wenn irgendwo ein Sack Reis umfällt, ist die Wirtschaft immer als erstes am Heulen und überall brechen die Börsenkurse ein. Trotzdem profitieren am Ende immer die Superreichen.

Ein freier Markt zwingt einen zur Skrupellosigkeit, um nicht am falschen Ende der Nahrungskette zu landen. Großer Wohlstand kann nur zulasten Anderer erlangt werden und natürlich sind dabei jene am erfolgreichsten, die besonders gierig und empathielos sind. Die angebliche Freiheit im Kapitalismus wird von der Unfreiheit der Natur anulliert. Man kann sich sein Geburtsumfeld und seine Persönlichkeit nicht aussuchen. Menschen mit gering ausgeprägtem Geschäftsinstinkt und Konkurrenzdenken haben von Vornherein die Arschkarte gezogen. Aber wenn der Staat versucht, gerecht zu verteilen und Verzicht zu propagieren, scheitert das am menschlichen Egoismus. Wer mit Maloche keinen Reichtum erlangen kann wird entweder ein fauler Schmarotzer oder ein linientreuer Eiferer, der sich Privilegien erhofft, indem er sich beim Staat anbiedert und anderen das vermeintlich selbstlose Weltbild aufzwingt. Man kann versuchen einen Kompromiss irgendwo dazwischen zu finden, und endet meist mit dem Schlechtesten aus beiden Systemen.

Dinge wie Gewerkschaften, Verwertungsgesellschaften oder Manager sollten einem eigentlich im Kampf gegen die Ausbeutung beistehen, doch sie entwickeln sich selbst zu machtbesessenen Ausbeutern, die zuerst ihre Bestandsnutzer entmündigen und dann Außenstehende erpressen, indem sie alles so manipulieren, dass man ohne sie gar nichts mehr machen darf.

Geld

Da beim direkten Tauschhandel nicht jeder immer die passenden Waren parat hat, wurde das Geld als Tauschmittel erfunden. Klingt nach einer guten Idee, soweit der Wert stabil und nachvollziehbar ist, und die Möglichkeiten, Geld zu erhalten und zu verlieren fair sind. Doch mit der Erfindung von Scheidemünzen, Papiergeld und schließlich Buchgeld hat sich der Wert des Geldes zunehmend von tatsächlichen, messbaren Werten entfernt. Der Glaube an virtuelle Zahlen, und deren Manipulation bestimmen über Wohl und Wehe der Menschen. Der große Reibach wurde noch nie mit ehrlicher Arbeit gemacht, sondern durch ominöse Geschäftemacherei mit unverständlichem Finanzkauderwelsch. Dies führt zu grotesken Absurditäten, z.B. dass Verschwendung, Leerlauf und Umwege profitabler sind, als Nachhaltigkeit oder dass nicht einmal echte Güter und Dienstleistungen gehandelt werden, sondern nur virtuelles Geld hin und her geschoben wird. Die beabsichtigte Inflation frisst jeden hart ersparten Notgroschen auf und soll dich dazu drängen, in maßlosen Konsum oder undurchsichtige Geldanlagen zu investieren, um das kranke Wachstum weiter anzukurbeln. Sein Geld einfach zu behalten, bis man es wirklich braucht, wird einem nicht gegönnt. Nur die risikoreichen, halbseidenen Spekulationen sind wirklich rentabel, ansonsten ist alles, was man von Geldanlagen hat, eine uferlose Zettelwirtschaft, denn jeder Kassenbon muss bei jeder Ampelüberquerung nachgewiesen werden, weil gesetzlich legitimierte Langfinger hinter jeder Hecke lauern, um dich auszunhemen oder juristisch zu zerstören, wenn du ihnen ihren unverdienten Beuteanteil vorenthälst.

Kosten

Nichts ist umsonst in dieser missgünstigen Dreckswelt. Es wäre noch tolerabel, wenn man sein Geld vorwiegend für Dinge ausgeben würde, die einem auch wirklich Freude bereiten und einen weiterbringen. Aber das meiste Geld geht drauf für undankbaren Mist wie Steuern, Gebühren, Versicherungen, Raparaturen. Wie in "Das Schlechte dominiert" beschrieben, kommt man kaum dazu, seine Lebensumstände zu verbessern, weil man permanent damit beschäftigt ist, die Verschlechterung zu bekämpfen. Die Schlechtigkeit ist so überwältigend, dass ein Einzelner sie kaum stemmen kann, deshalb haben wir Arbeitsteilung, Sozialwesen und Organisationen erfunden, um den Aufwand entsprechend zu verteilen. Damit muss man jedoch auch die Inkompetenz und Korruption der Anderen mitbezahlen. Aufgeblähte Verwaltungsapparate, schlechtes Management, krankmachende Arbeitsbedingungen, Verschwendung, Veruntreuung und Profitgier sowie die hirnrissige Inflation treiben die Kosten immer weiter in die Höhe. Und so wird unser Leben zum Großteil von Geldsorgen geprägt. Als gewöhnlicher Kunde hat man kaum eine Chance zu verhandeln und ist den willkürlichen Wucherpreisen und unverschämten Geschäftsbedingungen ausgeliefert. Verkäufer sind meist nur Angestellte, die selber gar nicht die Preise ändern dürfen, elektronische Zahlungssysteme sind sowieso völlig unflexibel. Außerdem verdirbt die beschissene Bürokratie wieder alles, denn jede Zahlungsunregelmäßigkeit verursacht einen riesigen Aufwand in der Buchhaltung oder ist möglicherweise illegal, worauf natürlich kein Händler Bock hat.

Arbeit


Arbeit ist zunächst ein notwendiges Übel. Manche haben Glück und finden Erfüllung in einer notwendigen Tätigkeit oder schaffen es, eine nutzlose Tätigkeit geschickt zu vermarkten. Andere sind damit verflucht, dass es ihnen sogar erfüllende Tätigkeiten vermiest, sobald sie unter finanziellem Zwang ausgeübt werden. Anstatt, dass nun das notwendige Übel möglichst klein gehalten wird, gerecht verteilt und so angenehm wie möglich gestaltet wird, dass auf Kooperation statt Konkurrenz gesetzt wird, spielt die naturgegebene Dynamik, dass sich immer das Schlechte durchsetzt, den Unsensiblen die Autorität in die Hände, denen es nichts ausmacht, sich selbst und ihre Mitmenschen zu schinden. Diese Leute steigen sozial auf und verherrlichen von ihrem hohen Ross Arbeit als Tugend und Privileg, mit Verachtung und Unverständnis für jene, die mies bezahlte, unnütze und unbefriedigende Drecksarbeit verrichten müssen oder sich andere Prioritäten setzen, als nur zu malochen. Arbeit wird als Wunderheilmittel aller Probleme gepriesen, und von einer unter Umständen als sinnvoll erlebten Tätigkeit zum Lebenssinn selbst erhoben, an dem keine Kritik geduldet wird. Wer nicht genug leistet, wird diskriminiert, doch belohnt wird vor allem die Leistung als Marktschreier, nicht der wirkliche Dienst an der Gesellschaft.

Es ist ein alter und nachvollziehbarer Menschheitstraum, dass Maschinen die Arbeit erledigen, damit wir unsere Zeit schöneren Dingen widmen können, der Muße, der Kultur und dem Pflegen sozialer Kontakte. Doch wann immer durch Automatisierung ein Freiraum entsteht, wird den Menschen dies nicht gegönnt. Die Arbeiter werden entweder entlassen oder müssen die Zeit mit mehr Maloche füllen und die Bonzen streichen die Gewinne ein. Die Gier Weniger zwingt alle anderen mitzuziehen und ihre Produktivität zu steigern, damit sie konkurrenzfähig bleiben. So schuften wir selbst im digitalen Zeitalter noch wie die Maulesel und anstatt sich zu freuen, dass die Technik das Leben erleichtert, muss man Angst um seinen Lebensunterhalt haben.

Arbeit zerstört soziale Kontakte. Freunde und Familie verlieren sich aus den Augen, weil sie aus Zwang oder Gier der Arbeit hinterherziehen. Während früher der Arbeitsplatz noch als einer der wichtigsten und beständigsten Orte menschlicher Begegnungen galt (was auch seine Nachteile hatte), sind heute Mobilität, Jobwechsel, Überlastung und unsoziales Klima unfruchtbarer Boden für das Miteinander. Das Internet verspricht eine viel größere und zielgruppengerechtere Auswahl an Bekanntschaften, als die nervigen Arbeitskollegen, die man sich nicht selbst ausgesucht hat, kann dieses Versprechen aber nicht halten.

Die Gesellschaft ist geradezu besessen von Arbeit und Geld. Der Beruf wird oft in einem Atemzug mit dem Namen einer Person genannt, als ob es integraler Bestandteil dieser Person wäre. Bei Kontakt mit Leuten abseits des täglichen Umgangs wird sich zuallererst nach dem Beruf erkundigt. Nicht nach den Interessen und Leidenschaften, nach dem letzten freudigen Ereignis, dem Lebensmotto, der Weltanschauung oder den Hobbies. Dabei sind es die Hobbies, die man freiwillig, ohne Bezahlung und aus Freude an der Sache macht, was viel mehr über einen aussagt, als die Erwerbstätigkeit. Und als Zweites fragen sie nicht, ob die Arbeit erfüllend ist, das Arbeitsklima angenehm und die Kollegen nett, oder welche interessanten Details es bei den Tätigkeiten gibt, sondern nur wieviel man damit verdient. Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit, Geld, Geld, Geld.

Bewerbung - Unkultur der Unaufrichtigkeit

Ehrliche Bewerbung
Arbeitssuche ist nur etwas für Schauspieler und Menschen ohne Selbstachtung. Das ganze Thema ist durchsetzt von Lügen und Heuchelei. Das fängt schon beim Bewerbungstraining an. Da wird einem erzählt, man solle authentisch und individuell sein, und im gleichen Atemzug diktieren sie einem hochnotpeinlich jedes Detail, von der gestelzten Anrede über kriecherische Floskeln bis zur millimetergenauen Ausrichtung des Bewerbungsfotos. Wenn man auf die Absurdität dieses Widerspruchs hinweist, begegnet man nur Unverständnis und Aggressivität. Beim Bewerbungsverhör gibt es unzählige Verhaltensvorschriften, die es zu einer unmenschlichen, verkrampften Konversation machen. Natürlich spricht keiner offen aus, dass Arschkriecherei genau das ist, was man tun soll, aber geschickt verpackte und gut dosierte Arschkriecherei ist trotzdem Arschkriecherei. Es wird die totale Aufopferung für das Unternehmen und eine chirurgisch präzise Balance der emotionalen Äußerung verlangt. Emotionen dürfen gezeigt werden, solange es zeigt, dass dir die Stelle wirklich wichtig ist, aber sobald deine Emotionen einen Tick zu unprofessionell oder selbstbezogen wirken, hast du verschissen. Mit hinterhältigen Psychotricks werden Bewerber ausgehorcht und aufgrund kleiner Persönlichkeitsfehler abgestraft. Sie wissen genau, welchen Hungerlohn sie zu zahlen bereit sind, verlangen aber von der Bewerbern, eine Gehaltsvorstellung zu äußern, um einen weiteren Grund zu haben, einen abzulehnen, wenn man was Falsches sagt.
Der Lebenslauf trägt schon im Namen die Ansicht, dass das Leben mit Arbeit gleichzusetzen wäre und dementsprechend wird auch verlangt, dass man seine Lebensentscheidungen nicht nach eigenen Bedürfnissen trifft, sondern danach, einen makellosen Lebenslauf zu haben und dem Arbeitsmarkt zu gefallen. Wer Karriere nicht als primäres Lebensziel hat, muss sich überall rechtfertigen. Kein Wunder, dass es da oft zu Beschönigungen und Betrug kommt.

Auch die Arbeitgeber sind verlogen. Werben sie für ihr Unternehmen, begegnet man Fotos glücklicher Menschen, die ihre Arbeit als Himmel auf Erden preisen und jeden noch so banalen Job als zukunftsweisenden Karriereweg darstellen. In Stellenanzeigen werden regelmäßig völlig überzogene Ansprüche gestellt, die später gar nicht benötigt werden, um Normalsterbliche von Vornherein zu vergraulen und einen Workaholic-Kult zu fördern. Zwei Anforderungen dominieren: Mathe und der Umgang mit Menschen. Wenn dir eins davon nicht liegt, ist deine Jobauswahl drastisch eingeschränkt, wenn dir beides nicht liegt, sinkt sie auf null. Sich modern präsentierende Unternehmen locken mit kumpelhaftem Auftreten und gemütlichen Sitzecken, dringen damit aber bloß in dein Privatleben ein und manipulieren dich emotional, um dir ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn du die "Familie" im Stich lässt. In einem halbherzigen Versuch, die Arbeitnehmer vor Willkür zu schützen, hat man den Arbeitgebern verboten, in Arbeitszeugnissen Schlechtes über die Person zu schreiben. Das hat nur dazu geführt, dass sie einen Geheimcode aus Steigerungsformen positiver Begriffe verwenden, um hinterrücks zu lästern und einem den Ruf zu ruinieren.

Professionalität ist eine elitäre Attitüde, die darauf bedacht ist, möglichst keine Berührungspunkte mit allem Menschlichen und Unvollkommenen zu haben. Eine polierte Fassade seelenloser Oberflächlichkeit. Die Krönung des Ganzen ist, dass das alles völlig kritiklos hingenimmen wird. Obwohl jeder weiß, dass nicht jeder Beruf ein Traumberuf ist, dass man meistens nur wegen des Geldes arbeitet, und dass das ganze Geschleime bei Bewerbungsverhören unaufrichtig ist, halten die Leute dieses Lügengebäude aufrecht. Mit euphemistischem Neusprech werden jede Saison Berufseinsteiger auf ihre Versklavung eingeschworen, als wäre es das höchste Glück auf Erden.

Ausbildung

Es könnte so einfach sein. Man fängt einfach irgendwo zu arbeiten an, übernimmt die Aufgaben, die gerade anfallen und lernt dabei ganz automatisch, was man benötigt. Aber weil alles von Bürokratie und wirtschaftlichem Leistungswahn durchseucht ist, kann man nichts ohne Verträge, Zeugnisse und Zertifikate machen. Man muss alles planen und im Voraus wissen, denn eine Ausbildung abzubrechen gilt als großer Schandfleck im Lebenslauf. Dann muss man innerhalb einer bestimmten Zeitspanne das ganze Wissen in sich reinprügeln, nur um es in einer Prüfung auskotzen zu können. Vieles davon braucht man später gar nicht, vergisst es sowieso wieder oder es ist bald überholt.

Politik


Leben und leben lassen. Die Politik steht diesem schönen Leitgedanken entgegen, denn sie behandelt gerade nicht die individuellen Entscheidungen, sondern die Fragen des Gemeinwesens, bei denen man es niemals allen recht machen kann. Dass man nicht rauben, morden und zerstören soll, darüber sind sich die Meisten einig. Es sind die Detailfragen und Kleinigkeiten, die zu ausschreitenden Debatten führen. Menschen haben das Talent, gute Grundideen immer auf die schlechteste und pervertierteste Weise umzusetzen und sich derart über Lappalien aufzuregen, dass dadurch überhaupt erst Existenzängste und Krisen entstehen.

Politik ist von Natur aus hässlich, denn die "wichtigen" Themen sind in der Regel immer die Langweiligsten und Unangenehmsten. Deshalb fühlen sich auch hauptsächlich die langweiligsten und unangenehmsten Leute zur Politik berufen. Genau wie in der Wirtschaft kommt man hier mit Vernunft und Anstand nicht weit und es geht meistens nur um Geld und Macht. Eine Horde schmieriger Lobbyisten und Demagogen manipuliert die niederen Instinkte der Massen für ihre eigenen Zwecke. Wie überall sonst gilt auch in der Politik: das Schlechte setzt sich von selbst durch. Deshalb muss man sich stets zum Vorwurf machen lassen, sich nicht genug engagiert zu haben, als ob man für die Dummheit Anderer oder die Schlechtigkeit begünstigende Natur verantwortlich wäre. Wer einmal beginnt, sich mit Politik zu befassen, hat nur noch Kummer, denn Despoten wachsen wie Unkraut. Und wenn du nichts mit Politik zu tun haben willst, zieht sie dich tückisch in ihren Sumpf. Sobald du eine Meinung zu irgendetwas hast, bist du politisch und machst dir Feinde, und wenn de keine Meinung hast, oder sie nicht kundtust, wird man dich haltungslos schimpfen und du machst dir ebenso Feinde.

Gesetze

In ihrer wohlmeinenden Absicht, alles für uns zu regulieren, vergessen die Gesetzgeber stets, dass das Gesetz selbst einer Regulierung bedarf, damit es nicht zu einem unübersichtlichen Paragraphenwald heranwächst, den selbst Juristen kaum noch durchblicken. Deshalb hier ein paar Grundregeln, an denen sich die Gestaltung des Gesetzes orientieren sollte:

Menschenrechte

Gegen Menschenrechte habe ich nichts einzuwenden. Einwände habe ich dort, wo sie zu kurz gegriffen oder missverständlich formuliert sind. Es ist höchst problematisch, dass man bei Mernschenrechten der Gnade von Regierungen ausgesetzt ist. Eigentlich sollte jedes Individuum einzeln unterschreiben. Man sollte eine Liste der gängigen Rechte einzeln ankreuzen können, sowie eingene Rechte formulieren können. Wer ein Recht anderen vorenthalten will, für den soll dieses Recht selbst auch nicht gelten. Aber das ist aufgrund der menschenfeindlichen Kausalität natürlich nicht umsetzbar.

Krieg

Krieg ist die dümmste Erfindung der Menschheit und jeder, der Militarismus und Kriegstreiberei befürwortet, ist ein zurückgebliebender Untermensch und ein abscheulicher Verbrecher. Wenn es nach mir ginge, würde das Militär sofort, weltweit, vollständig und auf ewig eingestampft werden. Doch auch hier gönnt einem die Welt den Pazifismus nicht. Das würde nur funktionieren, wenn alle mitmachen, aber weil das Schlechte immer dominiert, braucht man auch einer friedliebenden Mehrheit nur wenige gewalttätige Barbaren gegenüberstellen, um alles zu ins Verderben zu stürzen. Verständlicherweise hat kaum jemand Lust, sich für die Machtgier und Streitlust irgendwelcher Herrscher zu opfern, deshalb baut das Militär seit jeher auf Propaganda und ein System aus Zwang, blindem Ghorsam und Bestrafung. Die Notwendigkeit der Verteidigungsfähigkeit muss als Legitimation herhalten, sensible Menschen schwach und wehrlos zu schimpfen, Aufrüstung und altmodische Rollenbilder von kämpfenden Männern und Nachwuchssoldaten produzierenden Frauen zu propagieren, sowie die Unterwerfung des Einzelnen unter kollektive Werte zugunsten der gemeinsamen Stärke. Vielleicht stimmt es, dass allzu individualistische und pazifistische Zivilisationen in der bösen Welt nicht bestehen können, doch ist solch eine Natur, die das Streben nach Frieden und Selbstbestimmung nicht würdigt, auch nicht zu würdigen. Ich verachte diese verdorbene, blutgetränkte Welt und weigere mich, Teil dieser Maschinerie zu sein.

Sklaverei und Zwangsarbeit sind zurecht abgeschafft, doch dieses noble Ansinnen verkommt mit der Ausnahme von gewissen Staatsdiensten zu einem Lippenbekenntnis. Jeder Staat, der Zwangsrekrutierung nicht konsequent ächtet, kann nicht als Rechtsstaat bezeichnet werden. Solange es genug Freiwillige gibt, sollte man froh sein, dass die Gefahr der Zwangsrekrutierung geringer ist. Deshalb ist das Engagement gegen das Berufsmilitär auch nicht das Gelbe vom Ei. Freiwillige Soldaten feiern sich gerne selbst für ihren aufopferungsvollen Dienst an der Gesellschaft, Friedensaktivisten sehen sich ebenfalls als Streiter für eine edle Sache. Angesichts der chaotischen Kausalität kann niemals genau bestimmt werden, wann die Diplomatie versagt und eine gewaltsame Intervention langfristiges Leid effizienter verhindert. Dies ist wieder ein perfider Versuch der Natur, durch Unklarheit die Gesellschaft zu spalten und uns dazu zu bringen, die Freiheit zu opfern, um die Freiheit zu schützen.

Diktatur

Diktatoren, Tyrannen, Despoten, Autokraten - Sie sind ein gewaltiges Armutszeugnis der Gesellschaft. Es ist immer das gleiche Muster, nach denen erbärmliche Jammergestalten mit großer Fresse ihren Geltungsdrang befriedigen. Zuerst lügen sie das Blaue vom Himmel und versprechen schnelle Problemlösungen, die meistens darin besteht, gegen irgendeinen Sündenbock zu hetzen. Sie nutzen Krisen schamlos aus um die primitivsten Ängste zu schüren. Der verblendete Pöbel bejubelt sie aufgrund ihrer oberflächlichen Erfolge und charismatischen Austrahlung. Verdorbene Handlanger ohne Gewissen verrichten für sie die Drecksarbeit und wenn ihr Einfluss erstmal gefestigt ist, wird man sie schwer wieder los. Sie knechten andere mit drakonischen Strafen, meinen aber selbst über dem Gesetz zu stehen und räumen sich immer mehr Privilegien ein. Sie wollen alles beherrschen, sind aber zu feige, Verantwortung für Probleme zu übernehmen. Sie vertuschen ihre Fehler und unterdrücken Kritik, weil ihr aufgeblasenes Ego und ihr auf Furcht und Indoktrination gebautes Regime Kritik nicht standhalten kann. Sie sehen sich meist noch als Opfer und heulen rum wie unreife Kleinkinder ohne Unrechtsbewusstsein. Und diese egomanischen Rotzblagen haben dann Panzer und Raketen als Spielzeug.
Während Diplomaten sich den Mund fusselig sabbeln und hehre Menschenrechtserklärungen verfassen, gibt die Natur den Despoten einen Freifahrtschein für ihr Terrorregime. Wenn man versucht, mit ihnen zu reden, tanzen sie einem auf der Nase herum, wenn man Härte zeigt, eskaliert sofort die Gewalt. Die erschreckend leichte Korrumpierbarkeit von Menschen lässt den Nachwuchs dafür niemals ausgehen. Diktatoren haben auch eine überdurchschnittlich robuste Gesundheit und hohe Lebenserwartung. Während ordinäre Mörder und Gewalttäter nur für sich selbst handeln und ihr Schaden relativ begrenzt bleibt, verbreiten Diktatoren ihre kranke Weltsicht in die Köpfe anderer Menschen und vervielfachen die Gewalt. Sie sind der dreckigste Abschaum der Welt. (vgl. Leidspiegelfluch).

Führungspositionen sind ein Punkt, in dem eine gesetzliche Regelung unabdingbar ist. Jeder, der ein hohes politisches Amt bekleiden möchte, soll sich regelmäßig einem Eignungstest durch unabhängige Experten unterziehen müssen (ironische Empfehlung: die Strenge des Tests steigt proportional zur Anzahl und Qualifikation der benötigten Bodyguards). Es wäre unverantwortlich, wenn unzurechnungsfähige Narren aufgrund geschickter Demagogie an die Macht kämen könnten. Folgende Faktoren führen zu sofortiger Disqualifizierung und lebenslangem Berufsverbot:

Religion


In grauer Vorzeit haben sich die ungebildeten Menschen natürliche Phänomene mit Mythen und Magie erklärt. Aus ihren Trugschlüssen haben sie Regeln gezogen, die zu dogmatischen Institutionen der Unterdrückung wurden. Doch selbst im Zeitalter der Wissenschaft ist irrationaler Aberglaube noch weit verbreitet. Unser Gehirn ist ein Werkzeug, das es uns ermöglicht, mit der Außenwelt zu interagieren. Sein primärer Zweck ist nicht, uns glücklich zu machen oder objektive Wahrheit zu finden, sondern ein Verhalten sicherzustellen, das Überleben und Fortpflanzung dient. Unser Bewusstsein generiert einen unstillbaren Lebenshunger und ein Gefühl großer Wichtigkeit unserer Selbst. Es täuscht uns gerne mit irrationalen Hoffnungen auf ein größeres Dasein jenseits des irdischen Lebens, um die Diskrapanz zwischen Selbsterhaltungstrieb und der Realisierung unserer Vergänglichkeit zu überbrücken. Wenn wir uns nicht selbst belügen oder unsere Wünsche und Ideale mit der grausamen Realität in Einklang bringen, straft uns diese Realität mit Weltschmerz oder schlimmeren psychischen Leiden. Die Fähigkeit über unseren Tellerrand hinaus zu denken, die uns so erfolgreich als Spezies gemacht hat, lässt uns ebenso leicht zerbrechen, wenn wir den Unzulänglichkeiten unserer begrenzten Existenz gegenüberstehen. Realitätsflucht ist angesichtes dieser Realität nur konsequent, jedoch führt auch dies meist zum Schaden. Der labile Geist lässt sich nur allzu leicht täuschen, jeden erdenklichen Unsinn zu glauben und in dessen Namen jede erdenkliche Gräueltat zu begehen.

Nach niemals abgeschlossener Überlegung bezeichne ich mich als agnostisch-atheistischen Antitheisten mit bedingter Sympathie für Spiritualität.

Sinn des Lebens

◩ Religionen machen den Menschen klein, indem sie ihn als wertloses, sündiges Wesen darstellen, die Freude an sich Selbst und seinen Taten verteufeln, und erzählen, wie erfüllend ein frommes Leben wäre. Atheisten machen den Menschen klein, indem sie ihn auf sein materielles Dasein reduzieren, ihn verurteilen, wenn er sich in Phantasien flüchet und erzählen, wie erfüllend ein profanes Dasein wäre.

Leben nach dem Tod

Religiöse Leute behaupten, ein endliches Leben wäre sinn- und hoffnungslos, weil am Ende alles vernichtet und vergessen ist, als hätte man nie existiert. Atheisten behaupten, ein ewiges Leben wäre furchtbar und die Endlichkeit ließe einen die Dinge erst wertschätzen. Im Bestreben, sich die jeweilige Extremposition schönzureden, werden die Alternativen meist übersehen. Tatsache ist, die Meisten sind gefangen in einem unbefriedigenden Umfeld und einer unfähigen Persönlichkeit, die einen nicht einmal die kläglichen Möglichkeiten dieses Lebens ausschöpfen lässt. Der Wunsch nach einem längeren Leben in einem Paradies ist nachvollziehbar. Bei der Frage, mit welcher Mentalität man dort leben würde, kann man sich an Kindern orientieren. Der Tod ist in weiter Ferne und sie haben vergleichsweise viel Freizeit, trotzdem sind sie nicht träge, weil alles neu und aufregend ist. Die Welt ist für sie nicht ohne Hinternisse, aber ihre Probleme sind nicht existenzbedrohlich. Sie können unbeschwert im Moment leben, weil sie nicht von langfristigen Sorgen geplagt werden. Selbst kleine Erfolge fühlen sich groß an und die Motivation ist hoch. Diese geistige Frische, kombiniert mit einem ganzen Universum voller Möglichkeiten ohne lästige Pflichten und Zeitdruck wäre das Paradies, und es müsste nicht ewig sein. Die Freiheit, selbstbestimmt abzutreten, wenn man alles erfahren hat, ohne Sorgen über das, was man hinterlässt gehört dazu.

Religiöse Kunst

Bei allen Problemen die sie verursachen sind Mythen, Religion und Spiritualität dennoch faszinierende Themen. Die dahinterstehende Psychologie und die geheimnisvolle Aura von Ritualen inspiriert viele meiner Werke. Religionen bringen die schönste und beeindruckenste Architektur hervor, weil die religiösen Eliten sich bei ihren Göttern einschleimen wollen und ihren Schafen ihre Macht demonstrieren wollen. Bei weltlichen Bauten wird gegeizt, doch die Schönheit unseres Lebensraumes sollte um unserer selbst Willen einen hohen Stellenwert haben.

Bürokratie


Antrag auf Freistellung wegen Bocklosigkeit
Bürokratie ist wie ein Schulhofschläger, der hinter jeder Ecke lauert, dir dein Pausenbrot klaut, dich zwingt, seine Hausaufgaben zu machen und dich fertig macht, wenn ihm deine Frisur nicht passt. Bürokratie beschert dir ein Leben voller Ängste und Sorgen, sie mischt sich überall ein und lässt dich kaum eine Entscheidung selbstständig fällen, ohne dass du fürchten musst, irgendwelche Regeln übersehen zu haben, von deren Existenz du nichts weißt. Bürokratie spricht den Menschen jede Eigenverantwortung ab. Sie presst alles in starre Regeln, ungeachtet der persönlichen Situation. Weil jeder Furz amtlich registriert werden muss, liegen sämtliche Informationen in den Ämtern vor, aber anstatt bei ihren Kollegen anzufragen, die dafür bezahlt werden, den lästigen Verwaltungsscheiß zu machen, musst du selber alle Zettel der Welt parat haben, um sie bis spätestens vorgestern aushändigen zu können. Aus Datenschutzgründen müssen sie dich um Erlaubnis fragen, aber du hast nicht das Recht, die Auskunft zu verweigern. Warum machen Geschäftsleute Inventur? Nicht weil sie zu doof sind, den Überblick über ihr Zeug zu behalten, sondern weil die Bürokratie einen im wahrsten Sinne des Wortes zur Erbsenzählerei zwingt. Sie nötigen dich, dein ganzes Haus abzubauen und jeden Ziegelstein zu vermessen, wenn es ihnen in den Sinn kommt. Du denkst, Arbeit an sich ist schon lästig genug, aber wie entspannt wäre sie doch, wenn du einfach deinen Lohn erhalten würdest und dann Feierabend hättest. Aber du musst auch sehen, dass all die Steuern und Versicherungen korrekt sind. Sie schicken dir Briefe voller kryptischer Zahlen und verklausuliertem Fachchinesisch, du musst in deinem verdienten Feierabend noch die Arbeit eines Anwalts und Buchhalters machen, wirst aber nicht dafür entlohnt, sondern musst blechen. Jede Unregelmäßigkeit in deinem Leben verursacht einen Riesenberg Papierkram. Hast du irgendwelche Nebeneinkünfte oder Geldanlagen, willst du ansatzweise flexibel sein, deinen Broterwerb selbst zu gestalten, verdirbt dir die Bürokratie auch den letzten guten Willen, weil sie dir LKW-Ladungen Steine und Scherben in den Weg legt. Wenn du auch nur einen auf der Straße gefundenen Cent nicht korrekt verrechnest, wirst du kriminalisiert. Bürokratie ist eine Geißel, die die Lebensqualität um ein Vielfaches verringert.

Es muss eine Bürokratiebekämpfungsbehörde (BBB) eingeführt werden, deren Aufgabe es ist, Kriterien für die Minimierung von Bürokratie zu erstellen und deren Umsetzung durchzusetzen. Verantwortliche, die sich bürokratische Prozesse ausdenken, müssen diese zur Prüfung vorlegen. Die BBB nimmt auch Beschwerden über Missstände entgegen und prangert sie öffentlich an.

Bildung


Wissenschaft

◩ Wissenschaft ist die einzig verlässliche Methode, die Welt zu erklären. Dabei soll Wissenschaft nicht mit Wissenschaftlern verwechselt werden. Wissenschaftler sind Menschen und damit fehlbar. Die Wissenschaft ist eine Methode, Wissen zu erschließen auf eine Weise , die den Einfluss menschlicher Fehler möglichst gering hält. Durch Beobachten und Experimentieren werden Fakten ermittelt, die in einen logischen Gesamtzusammenhang gebracht werden. Die Erkenntnisse müssen zusammen mit den angewendeten Methoden und Beweisen, unter Nutzung einer klar definierten Terminologie veröffentlicht werden, damit jeder sie überprüfen und hinterfragen kann. Wissenschaft ist sich bewusst, dass ihre Erkenntnisse fehlerhaft oder unvollständig sein können und bleibt offen für neue Informationen, sofern diese die wissenschaftlichen Standards erfüllen. Wenn der freie Zugang zu Wissen aufgrund von wirtschaftlichen, politischen oder ideologischen Gründen behindert wird, ist das Unrecht.

Die Wissenschaft spricht für die Natur. Die Wahrheit über die Natur zu sprechen ist redlich, doch da die Natur beschissen ist, verleiht es der Wissenschaft einen beleidigenden Charakter. Mit jeder Entdeckung wird das Universum enger und banaler. Mit jeder Erklärung schwindet die Hoffnung, das wir mehr sein können, als das, was wir bei der oberflächlichsten Betrachtung sind: Belanglose Fleischklumpen, die auf einem belanglosen Erdklumpen herumkriechen. Gewiss ist das besser, als Opfer eines tyrannischen Gottes zu sein, aber mit der mickrigen Freiheit kann man auch nicht viel anfangen.

Zwischenmenschliche Beziehungen


Liebe und Partnerschaft

Familie

Das Problem mit Kindern ist, dass man sie nicht vorher fragen kann, ob sie überhaupt in diese Welt geboren werden wollen und welchen Erziehungsstil sie bevorzugen. Sie hinterher zu fragen bringt verfälschte Informationen, da ihre Meinung von ihrem Umfeld beeinflusst ist. Debatten um den richtigen Umgang mit ihnen werden auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, die durch ihre Abhängigkeit von den Erwachsenen und deren ideologischen Streitereien Schaden nehmen. Kinder zu machen ist eine grobe Verletzung ihres Selbstbestimmungsrechts und angesichts der Schlechtigkeit der Welt der größte Kindesmissbrauch überhaupt. Wissentlich lebendes Bewusstsein in eine Welt zu bringen, in der von Vornherein klar ist, dass man sein Leben lang schuften muss, dass alle geliebten Menschen verrecken werden, man alles, was man sich aufgebaut hat zurücklassen muss und man mit viel zu hoher Wahrscheinlichkeit Opfer von Armut, Gewalt, Krankheiten und Naturkatastrophen wird und dann zu erwarten, dass sie sich klaglos damit abfinden und positiv denken ist egoistisch, weltfremd und verantwortungslos. Zusätzlich wird die freie Entscheidungsfindung, dieses Leben zu beenden durch Überlebensinstinkte und gesellschaftliche Zwänge beeinträchtigt.
Familienglück an sich ist nichts Verwerfliches, verwerflich ist jedoch, wenn man eine Familie nicht um ihrer Selbst Willen gründet, sondern aufgrund gesellschaftlicher und biologischer Zwänge. Der Arterhaltungstrieb verführt uns mit Sentimentalitäten, wie toll es wäre, Kinder zu haben und wie wichtig, die Blutlinie fortzuführen, harmonische Familie, Zusammenhalt, Gesellschaft und Versorgung im Alter. Es gibt aber keine Garantie auf ein gutes Gelingen, spätestens der Tod zerreißt jede Familie und man wälzt die Bürde auf seine Kinder ab, aus Angst vor Einsamkeit wieder neue Kinder zu machen. Wie alles, was man sich im Leben aufbaut, ist Familie vergänglich und birgt die Gefahr großen Kummers. Wer gar nicht erst geboren wird, kommt nicht in die Verlegenheit, ein Bewusstsein zu entwickeln, um das Leben zu bewerten, und leidet auch nicht daran, irgendwas verpasst zu haben. Habt ruhig Sex und genießt das erbärmliche Leben soweit es geht, aber verhütet! Durchbrecht den Kreislauf und erspart euren Kindern, in dieser Welt leben zu müssen.

Freundschaft

◩ Echte Freundschaft erwächst aus Sympathie, ähnlichen/sich ergänzenden Interessen und gegenseitigem Respekt basierend auf dem, was die Person von sich aus ist. Mutproben sind scheiße..............

Asoziale Medien

Das Internet bietet phantastische Möglichkeiten. Es gibt den kleinen Leuten eine Stimme, man kann sich vernetzen, informieren und kreativ sein wie nie zuvor in der Geschichte. Doch wer anfangs noch glaubte, dies würde zu mehr Freiheit und Gleichheit und zu besserer Verständigung führen, wurde wie immer eines Schlechteren belehrt. Um die guten Ideen herum haben sich milliardenschwere Großkonzerne gebildet, deren einziges Ziel es ist, das Bedürfnis der Leute nach diesen Diensten auszunutzen, sie süchtig zu machen, sie in einer Endlosschleife des Konsums gefangen zu halten, um die größtmöglichen Werbeeinnahmen aus ihnen herauszupressen. Es bilden sich Monopole, die es erschweren, unmoralischen Konzernen den Rücken zu kehren. Sie können es sich sich erlauben, ihre Kunden zu verarschen, weil es keine Alternative gibt.
Der primitive Verstand der Menschen kann weder der Manipulation durch Algorhythmen widerstehen, noch digitale Kommuniation so verarbeiten wie Persönliche. Er vereinsamt und verblödet trotz permanenter sozialer Interaktion. Sensationsgier, triebgesteuerte Ängste und das Bedürfnis nach Bestätigung sorgen dafür, dass sich Fake News, Verschwörungstheorien und oberflächlicher Müll schneller verbreiten als seriöse Inhalte und man in eine Filterblase gerät. Böswillige Verbrecher nutzen die Tücken des Systems aus, um Lügen und Propaganda zu verbreiten, Zwietracht zu säen und so die Gesellschaft zu destabilisieren. Die Freiheit kann sich kaum behaupten gegen immer neue Zensurversuche. Zuletzt lachen wie immer die Bonzen, die fett abkassieren und die Diktaturen, die das Potential moderner Technologie für Überwachung und Manipulation missbrauchen um ein Volk hirngewaschener und gleichgeschalteter Idioten heranzuzüchten.
Für Verbesserungsvorschläge siehe Schuschinet.

Höflichkeit

Freundlich zu sein und seinem Gegenüber nicht unnötig zur Last zu fallen, dagegen ist an Sich nichts einzuwenden. Aber manche haben offenbar nichts Besseres zu tun, als ausufernde Listen kleinlicher Benimmregeln zu verfassen, um künstlich Konfliktpotential zu erschaffen, wo eigentlich gar keins wäre. Sie machen das gesellige Miteinander zu einem angespannten Schaukampf, bei dem sich Leute misstrauisch beäugen, wer die Regeln am besten auswendig gelernt hat. Eine häufige Situation ist, dass es als unhöflich gilt, angebotene Speisen und Getränke anzulehnen. Oft handelt es sich dabei um massive Mengen Alkohol oder exotische, als eklig empfundene Dinge. Jeder, der noch ein paar Gehirnzellen im Kopf hat, sollte bemerken, dass es viel unhöflicher ist, jemanden zu zwingen, unbekannte und potentiell schädliche Substanzen in seinen Körper aufzunehmen, als ein Angebot freundlich abzulehnen. Ein anderer Irrsinn ist, wenn irgendwelche Gesten, die überhaupt keine echte Gefahr darstellen, als beleidigend gewertet werden. Z. B. grüßt jemand unwissend mit der falschen Hand. Anstatt auf die Intention der Person zu achten, und die nett gemeinte Geste zu würdigen, verursacht das sinnlose Feindseligkeit wegen einer belanglosen Formalität.